Bei unserer wissenschaftlichen Arbeit mit
den Seehunden testen wir die Tiere in verschiedenen Versuchsaufbauten.
Diese Versuchsaufbauten sind vor allem nach funktionalen Gesichtspunkten
konstruiert und erfüllen zwei wichtige Aufgaben. Neben ihrer
wissenschaftlichen Funktion stellt die Beschäftigung mit diesen
Geräten und Installationen für unsere Tiere eine Art mentales
Training dar. In unserer Anlage werden die Seehunde ständig
mit einer für sie neuen Situation konfrontiert. Sie müssen
die Bedienung der wissenschaftlichen Apparaturen sowie Versuchsabläufe
erlernen, meist komplexe Informationen verarbeiten und werden
an ihre Wahrnehmungsgrenzen herangeführt. All dies hält die
Tiere körperlich und geistig fit. Unsere neun Seehunde
(alles Männchen) leben deshalb, von gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten
abgesehen, in großer Harmonie miteinander. Jeder Seehund nimmt
meist an mehreren parallel laufenden Experimenten teil. Für
diese Arbeiten werden die Tiere mit Hilfe einer allein auf
dem Belohnungsprinzip beruhenden Dressurtechnik (operante
Konditionierung) trainiert, was eine besonders enge Mensch-Tier-Beziehung
entstehen lässt.
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